Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz (GAU)

Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum e. V.

Umweltschutz und Naturschutz im Neu-Ulmer Lebensraum

Streuobstwiesen

Bedeutung von Streuobstwiesen

Blühende Obstbäume vor dem Schloss Reutti
Steuobstwiese Schlossberg Reutti

Streuobstwiesen sind für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ein wichtiger Lebensraum. Zahlreiche Insekten, darunter auch viele Wildbienen und Schmetterlinge, bevölkern die Wiesen. Sie ziehen seltene Vögel an, die in den Höhlen von abgestorbenen Ästen brüten können, wie der Steinkautz, Wendehals und Gartenrotschwanz. In diesen Höhlen kann man aber auch Baumschläfer, Siebenschläfer, Haselmaus und Fledermäuse als Bewohner antreffen.

Da die Wiesen nicht so häufig gemäht werden, existiert meist eine artenreiche und vielfältige Pflanzenwelt, die eine Bereicherung ist und wiederum zahlreichen Insekten Nahrung bietet.

Bäume und Hecken und auch Obstbaumbestände liefern als Windbremse und Schattenspender einen Beitrag zum Klimaausgleich. Kein noch so toller Sonnenschirm kann an einem heißen Sommertag so kühlen und angenehmen Schatten spenden wie ein Baum. An den Hängen unserer hügeligen Landschaft verhindern Bäume die Bodenerosien oder sogar bei Starkregen das Abrutschen dieser.

Seit Jahrhunderten prägen Obstwiesen um Dörfer und Städte unser Landschaftsbild und sind Zeugnisse traditioneller, ländlicher Lebensformen und eine Quelle für vitaminreiches Obst in der Winterzeit. Eine blühende Obstwiese im Frühjahr ist immer noch ein beeindruckender Anblick.

Streuobstwiesen bieten im Gegensatz zum Erwerbsanbau eine schier unüberschaubare Sortenvielfalt. In Deutschland gibt es zur Zeit etwa 2.700 Apfelsorten und davon viele nur noch auf solchen Obstwiesen. Zum Essen, für Saft und Most, für Brände, zum Dörren und zum Kochen und Backen, für jeden Zweck und Geschmack gibt es eine Vielfalt an Möglichkeiten.

Gefährdung

Streuobstbestände sind gefährdet. Viele Bäume fallen neuen Wohn- und Gewerbegebieten, sowie neuen Verkehrswegen zum Opfer.
Im Erwerbsobstanbau sind Streuobstwiesen keine wirtschaftliche Einnahmequelle mehr. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um sie zu pflegen, kann durch Saft- und Obstverkauf nicht erlöst werden. Zahlreiche Initiativen und auch Einzelpersonen arbeiten ehrenamtlich für den Erhalt der Streuobstbestände.

Erhalt und Pflege

Äpfel auf Sortiertisch mit fleissigen Händen im Hinjtergrnud
Helfende Hände bei der Apfelernte

Die GAU Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum gehört zu diesen. Wir pflegen ehrenamtlich zwölf Streuobstwiesen im Stadtgebiet von Neu-Ulm, neun davon in der Umgebung von Gerlenhofen/Reutti. Auf diesen Wiesen stehen 325 Obstbäume (Stand Ende 2016), darunter auch Birnen-, Kirschen- , Pflaumen- und Walnussbäume. Allein 56 verschiedene Apfelsorten sind darunter.

Der überwiegende Teil dieser Bäume wurde von uns in den 1990ern Jahren neu gepflanzt. In den ersten zehn Jahren erforderten sie jährlich einen aufwändigen Erziehungsschnitt. Auch jetzt müssen die Bäume zum Jahresanfang geschnitten und die Wiesen im Sommer gemäht werden. Die Mahd der Wiesen übernehmen einige Landwirte, die sich dadurch ein kleines Zubrot verdienen können.

Im Herbst werden dann die ungespritzten Äpfel gepflückt, um sie als Obst zu verkaufen oder sie werden geschüttelt und aufgelesen, um sie zu Saft verarbeiten zu lassen, der dann in der Geschäftsstelle des GAU in Gerlenhofen verkauft wird.

Unterstützung benötigt

Arbeiten Sie mit bei der Apfelernte und Pflege der Obstwiesen – jede Hand wird gebraucht. Unterstützen Sie unsere Schutzmaßnahmen durch den Kauf unseres gesunden Apfelsaftes und – im nächsten Herbst – wieder durch den Kauf unserer Äpfel auf der Apfel- und Pilzausstellung.

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