Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz (GAU)

Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum e. V.

Umweltschutz und Naturschutz im Neu-Ulmer Lebensraum

Videonistkästen

Schüler und ein Lehrer als Zuschauer bei der Starenfamilie
 
Zuschauer bei der Starenfamilie

Ein besonders interessantes Programm konnten die Schüler der Grundschule Gerlenhofen im Sommer 2001 in ihrer Schule betrachten: aus einem Starenkasten im Schulgarten wurden täglich Fernsehbilder einer Starenfamilie zu einem Fernsehgerät in der Pausenaula übertragen. Die interessierten Schüler konnten somit die Stare von der Eiablage bis zum Flüggewerden bei einem kompletten Brutzyklus live mitverfolgen.

Nistkasten mit eingebauter Videokamera an einer Stange
 
Nistkasten mit eingebauter Videokamera an einer Stange

Nur zwei Tage nachdem unser Biologe Wolfgang Gaus einen speziellen Nistkasten mit eingebauter Miniaturkamera im Schulgarten an einer langen Fichtenstange befestigt hatte, wurde dieser Kasten von brutwilligen Staren bezogen. Die Stare bauten ein relativ einfaches Nest aus Grashalmen und Moos und nur der Innenbereich wurde mit verschiedenen Federn ausgekleidet. Insgesamt wurden sechs Eier gelegt und nach ca. 14 Tagen schlüpften fünf Jungtiere, die fleißig von den Eltern gefüttert wurden. Allerdings zeigte sich bald, dass das kleinste Jungtier keine Überlebenschance hatte, da es nur unzureichend gefüttert wurde, weil sich die stärkeren Geschwister immer vordrängelten. Unermüdlich brachten die beiden Elterntiere allerlei Würmer, Insekten und sonstiges Getier und stopften damit den vier kreischenden Jungen die Schnäbel. Nach zwei weiteren Wochen waren die Jungen vollständig befiedert und drei Jungtiere verließen den Nistkasten. Das vierte Jungtier flog nicht aus und verhungerte in kürzester Zeit im Nistkasten, weil es nicht mehr von seinen Eltern gefüttert wurde.

Fernsehblick ins Nest mit Altvogel und Jungtieren
 
Blick ins Nest mit Altvogel und Jungtieren

Mit diesen Bildern aus einem Vogelnistkasten konnten wir ansonsten verborgene Verhaltensweisen der Stare sichtbar machen und somit das Interesse der Schüler wecken. Für die Stare war die eingebaute Miniaturkamera keine Störung und so verlief dieses Pilotprojekt sehr erfolgreich. Probleme gab es nur bei dem Versuch, den Fernseher nachmittags so zu stellen, dass z. B. Eltern und Kinder auch von außen den Staren zuschauen konnten. Leider spiegelten die Fensterscheiben derart stark, dass kaum etwas zu sehen war. (Hat vielleicht jemand eine Idee, wie man das Problem lösen kann? Kontakt-Seite)

Spezialkamera mit Mikrofon und Übertragungssystem
 
Spezialkamera mit Mikrofon und Übertragungssystem

Im Anschluss an das Starenprogramm wurde die Kamera in einen vorbereiteten Meisenkasten montiert, in dem Kohlmeisen schon mit der Brut begonnen hatten. Diese Aufnahmen waren allerdings wegen der sehr schlechten Lichtverhältnisse nur sehr düster, auf eine künstliche Beleuchtung wurde aus Rücksicht auf das Meisenpaar verzichtet.

Für die Zukunft sind Kamera-Nistkästen mit Funkübertragung (Kosten circa 1.000 €) in Neu-Ulm an der Petruskirche für Turmfalken und im Riedwirtshaus für Schleiereulen (Einbau einer Schwarzweiß-Kamera mit Infrarotbeleuchtung) vorgesehen.

Denkbar ist außerdem, dass Kameras mit Kabelübertragung (Kosten jeweils ca. 500 €) in verschiedenen Schulen, Kindergärten oder Altenheimen leihweise aufgebaut werden, sofern die Finanzierung der Anlagen gesichert ist.

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