Gerlenhofener Arbeitskreis Umweltschutz (GAU)

Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum e. V.

Umweltschutz und Naturschutz im Neu-Ulmer Lebensraum

Chronik

25 Jahre GAU Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum e. V.

Eine kurze, chronologische Zusammenstellung

Im November 1979 rüttelte Herr Stadtrat Erwin Franz mit seiner Bürgerinitiative „Schützt das Illertal vor Ausbeutung“ die Bewohner im nördlichen Illertal auf.

Neben den zahlreichen Baggerseen sollten nach der Kiesindustrie, zwischen der Donau und Vöhringen, mehrere hundert Hektar Land der weiteren Kiesausbeute zum Opfer fallen. Es galt daher in dem dichtbesiedelten Illertal dem weiteren Landschaftsverbrauch Einhalt zu gebieten. Gleichzeitig war es notwendig das bedeutenste Grundwasservorkommen von ganz Süddeutschland besonders zu schützen.

1980er
Gründung Arbeitsgemeinschaft GAU, Tümpel angelegt, Start Artenschutzprogramm Schleiereule, Biotopkartierung in Neu-Ulm, Plessenteich soll nach Kiesabbau Landschaftssee werden, Petition im Landtag, Vereinsgründung (e. V.), Krötenschutzzaunes, Prospekt. >>>
1990er
Anmietung Bahnhof für Geschäftsstelle, Anstellung Biologe, Fledermaus- und Flussregenpfeiferkartierung, Anpachtung Flächen sowie Pflanzungen u. a. in der Illerschleife, Öffentlichkeitsarbeiten, erste Teilnahme Apfelausstellung, Schulgarten Gerlenhofen, Rekultivierungsmaßnahmen Burlafinger Seenplatte, Anschaffung und Ausrüstung Ökomobil, Grundstückskauf, Renaturierungen Landgraben, Hechtsee. >>>
2000er
Biber am Plessenteich gesehen, 8 Jahre Biologe gesichert, Kauf und Renovierung der Geschäftsstelle;Kauf Plessenteich, Pflanzungen wie Streuobstwiesen, viele Detailverbesserungen Plessenteich. >>>

Zusammenfassung (2005)

  • Pflege und Betreuung (jährlich) von:
    • 55 ha Biotopfläche
    • 350 Obstbäume
    • 370 Nistkästen
  • Anschaffungen
    • Ökomobil 15.000 €
    • GAU-Geschäftsstelle 125.000 € + Eigenleistung ca. 150.000 €
    • Plessenteich 225.000 €

    Dafür gab es keinerlei öffentlicher Zuschüsse. Alles wurde vom GAU in vollem Umfang selbst getragen

  • Tätigkeiten
    • Seit 1980 Biotoppflege
    • Seit 1990 Teilnahme an der Stadtranderholung
    • Seit 1990 Jugendgruppe die Laubfrösche mit jährlich ca. 20 Veranstaltungen
    • Seit 1989 Krötenschutz zaun an der Hausener Straße
    • Seit 1980 Schleiereulen- und Fledermausprojekt
    • Seit 1980 Vorträge und Führungen
    • Seit 1992 Apfelausstellung, 2004: ca. 5.000 Besucher. Größte Ausstellung in Neu-Ulm
    • Seit 1992 Anlage von Streuobstwiesen
    • Seit 1980 Nistkasten aufstellen und Kontrolle
    • Seit 1980 Müllsammeln an Gewässer
    • Seit 1997 Ökomobileinsatz und Waldführungen mit Neu-Ulmer Schulen etc. (2004: 32 Termine)
    • Seit 1990 Beratung und Unterstützung von Bürgern bei Umwelt- und Naturschutz so wie Gartenfragen
  • Vorträge, Führungen und Ausstellungen:
    • Von 1980 bis 1989 ca. 50 Veranstaltungen
    • seit 1990 bis Juli 2005: 446 Veranstaltungen

Zur geleisteten Arbeit des GAU für den Naturschutz in Neu-Ulm schreibt die Regierung von Schwaben mit Schreiben vom 30.5.2005 z. B. zu der vom GAU geschaffenen Biotopvernetzung mit Plessenteich: „Das Projekt weist erhebliche fachliche Substanz mit einem enormen Entwicklungspotential und hochkarätigem Artvorkommen auf“

Neben den 770 GAU-Mitgliedern gilt unserer großer Dank allen bisher tätigen Vorstandsmitgliedern, den unzähligen freiwilligen Helfern, den Betreuern der Jugendgruppe sowie den Spendern die in den vergangenen 25 Jahren den Verein zu dem gemacht haben, wie er sich heute zeigt. Besonders hervorzuheben möchte ich folgende Personen:

  • Frau Linda Schmid, die als Gründungsmitglied des GAU bis heute in der Vorstandschaft überaus engagiert mitarbeitet und durch ihren persönlichen Einsatz die Anschaffung der GAU-Geschäftsstelle und des Plessenteichs erst möglich gemacht hat. Durch Sie konnte der Naturschutz in Neu-Ulm entscheidend nach vorne gebracht werden
  • Herrn Erwin Franz, der durch seine, für die damalige Zeit mutige Initiative die Basis für die Gründung des GAU gelegt hat. Er wurde u. a. auch dafür 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zudem wurde ihm schon 1987 die Umweltschutzurkunde des Bay. Ministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen verliehen
  • Herrn Prof. Dr. Tessenow, der als Biologe und Gewässerkundler sein unschätzbares Fachwissen einbrachte. Er war ein Glücksfall für den GAU und vom ersten Tag an mit dabei. Ohne ihn wäre das Thema Baggerseen und deren Rekultivierung nur schwer zu bewältigen gewesen. Auch für das Verständnis von ökologischen Zusammenhängen hat er im Vorstand und mit seinen Vorträgen bei den Bürgern äußerst wertvolle Arbeit geleistet. Dafür wurde ihm 1994 die Bayerische Umweltmedaille verliehen
  • Herrn Dipl.-Biol. Wolfgang Gaus, der seit 1990 als angestellter Biologe beim GAU tätig ist. Er stellt für den GAU die wichtigste Stütze dar. Sein überaus engagiertes Eintreten für den Naturschutz in Neu-Ulm, auch am Abend und an Wochenenden, haben die Lebensgrundlagen für Pflanzen und Tiere entscheidend verbessert

Unserer besonderer Dank gilt auch dem Stadtrat von Neu-Ulm, dem Oberbürgermeister a. D. Dr. Peter Biebl, der Oberbürgermeisterin a. D. und jetzigen Bayerischen Justizministerin Dr. Beate Merk, dem Landratsamt Neu-Ulm sowie der Regierung von Schwaben für das Verständnis und den Einsatz für den Natur- und Umweltschutz in Neu-Ulm, die fachliche Beratung sowie für die finanzielle Unterstützung.

Neu-Ulm, im September 2005