Naturschutz

Renaturierung Burlafinger Seen

Als die Burlafinger Seenplatte wird das Gebiet nordöstlich von Burlafingen bezeichnet, das durch eine Vielzahl von Baggerseen geprägt ist. Diese Baggerseen stammen fast alle aus einer Zeit, in der noch ohne große Rücksicht auf die Natur Kies abgebaut wurde. Dementsprechend wurden damals kaum Renaturierungsauflagen an die vielen Kiesabbauer gemacht, und so entstand eine richtige Seenplatte mit vielen kleinen Baggerseen mit fast einheitlicher Morphologie und unnatürlicher Ufergestaltung.

Nach Beendigung des Kiesabbaues wurden diese teilweise verfüllt oder sie dienen seither als Freizeitgrundstücke für Wochenendhäuser oder dem Angelsport.

Um die geschundene Natur in diesem Bereich wieder zu regenerieren wurde unter Berücksichtigung aller Abbaugenehmigungen und rechtskräftiger Bescheide ein umfassendes Renaturierungskonzept von einem Fachbüro entwickelt, das schließlich als „Grünordnungsplan B1 - Seenplatte Burlafingen“ im Jahre 1990 vom Neu-Ulmer Stadtrat verabschiedet wurde. Dieser Plan ist seither rechtskräftig und für die Stadt Neu-Ulm verbindlich. Für die Umsetzung des Grünordnungsplanes konnte allerdings bisher keine Möglichkeit gefunden werden.

Erst im Dezember 1996 gelang es dem GAU mit Unterstützung der Stadt Neu-Ulm und der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Neu-Ulm, einen Anfang zu setzen. In einem Teilbereich eines der städtischen Grundstücke inmitten der Seenplatte, dem Hechtsee, konnten erste Biotopgestaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Mit schwerem Gerät wurde die weit vorangeschrittene Weidensukzession am Ostufer entfernt und die fast 4 Meter hohen Böschungen abgeflacht. Mit dem abgetragenen Material wurden ökologisch sehr hochwertige Flachwasserbereiche geschaffen und mehrere große und kleine Tümpel gestaltet.

Eine besonders interessante Artenschutzmaßnahme ist die Erstellung einer künstlichen Sandsteilwand in der Nordost-Ecke des Hechtsees. An der Böschung wurden ca. 12 Lastwagen, beladen mit feinem, leicht lehmhaltigen Flusssand abgekippt und mit einem Bagger aufgeschichtet. Lage um Lage wurde der Sand verdichtet und fast drei Meter hoch aufgetürmt, bis er etwa die Oberkante der Böschung erreicht hatte. Zuletzt wurde dann der Sandberg senkrecht abgestochen, so dass eine ca. drei Meter hohe und fast 10 Meter lange Sandsteilwand entstanden ist. Unmittelbar unterhalb der Steilwand wurde noch ein Tümpel angelegt, damit einerseits einige potentielle Störer abgehalten werden und andererseits die Steilwand möglichst natürlich wirken soll. Im Frühjahr 2001 konnte erstmals eine Brut des Eisvogels festgestellt werden.



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