Artenschutz

Kröten

Krötenschutz an der Hausener Straße

Seit vielen Jahren wird in Gerlenhofen/Werzlen jedes Frühjahr an der Hausener Straße ein Amphibienschutzzaun errichtet, um die zahlreichen Erdkröten bei ihrer Wanderung zu ihrem Laichgewässer vor dem Straßentod zu bewahren. Die laichbereiten Erdkröten wandern im März von ihrem Sommerlebensraum Kleiner Heining immer wieder zu ihrem Geburtsgewässer am Häuserhofsee. Leider müssen sie dabei die vielbefahrene Hausener Straße überqueren, die dabei zu einer tödlichen Falle wird. Mit Amphibienschutzzäunen werden die Amphibien an der Überquerung gehindert. Stattdessen fallen sie in eingegrabene Eimer und werden dann von Naturschützern sicher über die Straßen getragen. Trotz dieser Rettungsaktionen sterben viele Tiere vor und nach dem Schutzzaun und bei der Rückwanderung vom Laichgewässer im Sommer, wenn die Zäune bereits wieder abgebaut sind.

Seit 1994 versuchen wir deshalb mit einer sog. Zwangsumsiedlung der Erdkröten langfristig den Bestand zu erhalten. Dabei werden die eingesammelten Erdkröten an einem anderen Gewässer unmittelbar neben dem Kleinen Heining in einem speziellen Ablaichkäfig ausgesetzt und müssen dort ablaichen. Die dort geborenen Erdkröten sehen nun dieses Gewässer als ihren Geburtsort an und müssen nicht mehr die Straße überqueren. Erfreulicherweise konnten die ersten "umprogammierten" Jungkröten am neuen Platz bei der Paarung beobachtet werden, d. h. die sehr aufwendige Zwangsumsiedlung an ein neues Gewässer funktioniert. Die Elterntiere müssen aber Zeit ihres Lebens zur Laichzeit abgefangen und im Ablaichkäfig eingesperrt werden.

Da Erdkröten zu den besonders geschützten Tieren zählen, musste diese Zwangsumsiedlung von der höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben genehmigt werden.

Diese Aktion muss voraussichtlich noch einige Jahre fortgeführt werden, bis sich eine stabile Erdkrötenpopulation am neuen Gewässer ausgebildet hat.



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