Rundschreiben

Herbst 2006


September 2006

Liebe Naturfreunde,

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„Hurra, der Bär „Bruno“ ist tot!“
Da wagt sich doch tatsächlich im Juni 2006, zu einer Zeit, wo die Fußballwelt „zu Gast bei Freunden“ einlädt, nach 170 Jahren wieder ein „wilder“ Bär nach Bayern, in ein Bundesland, das sich rühmt als erstes mit der Schaffung eines Umweltministeriums dem Natur- und Umweltschutz einen besonderen Stellenwert eingeräumt zu haben. Also denkbar gute Voraussetzungen. Aber denkste. Nachdem er sich erdreistete, einige Schafe zu reißen und durch Ortschaften zu streifen, wird er vom obersten behördlichen Naturschützer zum Abschuss freigegeben. Zudem hätte „Bruno“ in Bayern die Statistik der „Rote Liste 2005“ der gefährdeten Tiere durcheinander gebracht. Dort wird Ursus arctors, wie er mit lateinischem Namen heißt, auf Seite 17 als ausgestorben gekennzeichnet.

Die vermeintliche Bedrohung für die einheimische Bevölkerung und die Touristen ist doch völlig überzogen. Wo bleibt der Aufschrei über die vielen Verkehrstoten die täglich ihr Leben lassen müssen? Oder die vielen Rehe und Hasen, die täglich von Autos überfahren werden – daran hat man sich gewöhnt!

Was wirklich bedrohlich ist, ist der grenzenlose Egoismus der sich breit gemacht hat. Alles, was unseren Ertrag mindert, muss weg, am besten gleich abgeschossen. So geht es auch dem Kormoran und dem Gänsesäger, die sich seit jeher von Fischen ernähren und nicht umstellen wollen. Auch der Biber soll jetzt dezimiert werden, da er sich an Feldfrüchten vergreift und Bachufer beschädigt. Gleiches gilt für Vögel, die über unsere Obstbäume und Gemüsegärten herfallen.

Tiere und Pflanzen sind nur dort akzeptabel, wo sie sich an die Spielregeln unseres „modernen“ Lebens halten.

Ein Hoffnungsschimmer tat sich doch noch auf. Die Firma Steiff brachte eine 2000 Teddys zählende Sonderedition „Bruno“ heraus. Also schnell in die Spielwarenläden, bevor Ihnen die Beamten des Umweltministeriums mit ihrer grenzenlosen Tierliebe alle wegkaufen. Dann werden Sie aber todunglücklich sein.

Erfreulich ist, dass der GAU zwischenzeitlich die 800-Mitglieder-Grenze überschritten hat. Nach Jahren der Stagnation mit etwa 700 Mitgliedern hat sich in 2006 ein neuer Zuwachs eingestellt. Bei dieser Gelegenheit darf ich alle neuen Naturfreunde sehr herzlich begrüßen und ich hoffe und wünsche, dass Sie mit dazu beitragen, dass der Naturschutz in Neu-Ulm weiter an Bedeutung gewinnt.

Mit jedem neuen Mitglied wächst unsere Bedeutung und unser Stellenwert. Als Ziel wäre es schön, wenn wir alle dazu beitragen, dass vielleicht in 2007 das tausendste Mitglied in den GAU eintreten würde. Werben Sie daher bei Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden.

Wichtig wäre es auch, wenn für die Vorstandschaft, die zwischenzeitlich ein Durchschnittsalter von rd. 60 Jahren zählt, neue, jüngere Mitglieder gewonnen werden könnten. Wenn Sie Interesse oder eine Anregung haben, würde ich mich sehr über Ihren Anruf an (07307) 6111 freuen.

Abschließend bitte ich Sie, uns bei unserer Naturschutzarbeit, die im September beginnt und den ganzen Herbst über anhält, wieder tatkräftig zu unterstützen. Einzelheiten können Sie aus dem Programm oder über das Internet http://www.gau-neu-ulm.de/ entnehmen. Für Ihre Mithilfe bedanke ich mich schon heute sehr herzlich.

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Herr Fritz Ochotto verstorben

Wir trauern um unser Vereinsmitglied Fritz Ochotta aus Pfaffenhofen, der im August ganz plötzlich und unerwartet verstorben ist. Sein Tod ist auch für den GAU ein unersetzbarer Verlust.

Wer ihn kannte, war in besonderer Weise von seiner universellen Begabung, die sich auf vielen Gebieten zeigte, beeindruckt. Sein geniales technisches Verständnis sowie seine schnelle Auffassungsgabe, gepaart mit einem beneidenswerten Gedächtnis haben ihn zu vielen Aktivitäten veranlasst. Er war es, der maßgeblich die 3-D-Fotografie „neu“ entwickelte, gleichzeitig die dazu notwendigen Kameras konzipierte und sie selbst auch baute. Dies erfolgte ausschließlich in seiner Freizeit. Haupttriebfeder dürfte wohl seine grenzenlose Liebe für die Natur und hier besonders für Blumen und Insekten gewesen sein. Sein Wunsch, die Wunder der freien Landschaft auch in Stereo zu zeigen, ist ihm auf einmalige Weise gelungen.

Wer kann sich nicht an seine 3-D-Dia-Vorträge beim GAU über Fauna und Flora der Toskana, Sardiniens oder der Schwäbischen Alb erinnern. Gepaart mit seinem ungeheueren botanischen Fachwissen und seiner unnachahmlichen Art die Vorträge auch sprachlich unterhaltsam, aber auch nachdenklich zu gestalten, haben einen solchen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Herr Ochotta war ein großer Freund des GAU. Wenn es um Technik und besonders um Optik ging, hat er uns seine Unterstützung zu teil werden lassen. Dass das Ökomobil mit 14 Mikroskopen ausgestattet werden konnte, ist seinem Engagement zu verdanken, indem er gebrauchte Geräte so umbaute, dass sie für unsere Zwecke verwendbar wurden. Auch einen „3-D-Dia-Drehprojektor“ haben wir seinen Baukünsten zu verdanken. Natürlich alles ohne Bezahlung.

Ich selbst, wie viele andere, sind von ihm erst zur Stereofotografie gekommen und mit der notwendigen Technik versorgt und ausgebildet worden.

Erst vor wenigen Tagen hatte ich mit ihm ein neues Projekt für die Landesgartenschau 2008 besprochen. Wir wollten uns in der zweiten Hälfte August zusammensetzen, um die Einzelheiten abzuklären.

Es war auch eine Freude mit ihm zu fachsimpeln oder über die Probleme unserer Zeit zu diskutieren, mitunter auch kontrovers. Dabei kam immer wieder auch seine beeindruckende Allgemeinbildung zum Vorschein.

Dies alles gehört nun zu unserem großen Bedauern der Vergangenheit an. Was uns bleibt, ist unendliche Dankbarkeit, dass wir Herrn Fritz Ochotta begegnet sind und ihn als wunderbaren, gradlinigen, hilfsbereiten Menschen kennen lernen durften, der sich, und das ist für die heutige Zeit besonders hervorzuheben, auch nicht verbiegen ließ. Er ist stets seiner Linie und seiner Lebensauffassung treu geblieben.

Der GAU hat Herrn Fritz Ochotta viel zu verdanken. Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten.

Wir bemühen uns darum, dass seine einmaligen 3-D-Fotos von Fauna und Flora nochmals gezeigt werden können.

Wir sprechen seiner Ehefrau und seiner Tochter unser tiefes Mitgefühl aus.

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Plessenteich

Lagebericht

Die extreme Hitze im Juli hat scharenweise Badegäste an den Plessenteich geführt, die sich dort etwas abkühlen wollten. Leider hat dies auch dazu geführt, dass sich einige „Badegäste“ nicht an die Naturschutzregelungen gehalten haben.

Einige fuhren mit dem Schlauchboot über die Abschrankung in den Naturschutzbereich und sorgten dort für große Unruhe unter den Brutvögeln. So mancher Schwimmer ignorierte diese Abschrankung und schwamm zum Teil bis zu den Brutfloßen für die Flussseeschwalben. Andere schafften sich sogar kleine Liegeplätze im Naturschutzbereich.

Auch im tolerierten Badebereich mussten wir bei unseren täglichen Kontrollen immer wieder Störer zurechtweisen, die unerlaubt ihre Zelte aufschlugen, Feuer entfachten oder Grillfeste veranstalteten.

Besonders unrühmlich waren dieses Jahr einige Zeitgenossen, die bewaffnet mit Säge und Gartenschere die vorhandenen Bäume und Büsche kurzer Hand zerstörten. In der Nähe der Landgrabenbrücke nach Jedelhausen hat sich so ein ca. 55 jähriger Mann (leider gab es nur eine vage Beschreibung) einen breiten Trampelpfad mitten durch ein Vogelschutzgehölz freigeschnitten, damit er zu einer kleinen uneinsehbaren Bucht gelangen konnte, um so dem Sonnenkult zu huldigen. In dieser Schlehenhecke hatte früher schon der Neuntöter erfolgreich gebrütet. Wir werden diese rücksichtslose Zerstörung unserer Vogelschutzhecke allerdings nicht so einfach hinnehmen und werden Anzeige bei der Polizei erstatten.

Die illegalen Autofahrer am Plessenteich haben erfreulicherweise weiter abgenommen. Unsere täglichen Kontrollen und die Überwachung durch die Polizei haben dazu geführt, dass sich nur noch wenige Autofahrer am Plessenteich aufhielten. Allerdings ist es schon dubios, was man von den ertappten Autofahrern an Ausreden hört:

Reihenfolge entspricht ungefähr der Häufigkeit:

  1. Ich wollte nur kurz schauen und bin sofort wieder weg.
  2. Ich habe die Schilder nicht gesehen.
  3. Ich wollte nur die (verletzten) Kinder abholen.
  4. Ich wollte meine kranke Oma abholen.
  5. Ich habe mich total verfahren.
  6. Ich weiß von dem Verbot, aber das ist mir egal.
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Eine besonders raffinierte Methode das Fahrverbot zu umgehen wurde jetzt erst im August bekannt:

Wie man eine Behörde übertölpelt........

Seit mehreren Jahren fährt eine Ärztin jeden Morgen gegen 8.30 Uhr mit ihrem Privat-PKW am Plessenteich vor, um ca. 20 Minuten lang im See zu schwimmen. Mehrere Anzeigen von uns und der Polizei, mehrere eindingliche Gepräche von uns und von Seiten des Polizisten fruchteten bisher nicht, die Dame zahlte ihre Strafe und tauchte weiterhin jeden Werktag morgen wieder mit dem Auto auf. Seit kurzem grinst sie uns nun besonders freundlich an, denn unsere Anzeigen werden nun nicht mehr geahndet. Die Dame hat es geschafft, eine Sondergenehmigung von der zuständigen Behörde zu bekommen!!!!

Für „Medizinische Studien“ darf sie nun offiziell zum Plessenteich fahren und wie bisher ihre Schwimmübungen machen.

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Aktuelle Entwicklungen

Ausgleichsmaßnahmen für Bau Zentrallager Schwaighofen

Wie bereits im letzten Rundschreiben erwähnt, werden für das Hochregallager von Evobus in Schwaighofen umfangreiche Ausgleichs-maßnahmen am Plessenteich fällig. Obwohl das vorgesehene Hochregal mit bis zu 40 Meter Höhe noch zurückgestellt wurde und zur Zeit nur der rund 16 Meter hohe Industriebau gebaut wird, müssen die Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden.

Vor der Plangenehmigung wurde uns von Seiten der Stadtverwaltung fest zugesagt, dass gleichzeitig mit dem Bau des Zentrallagers auch mit den Ausgleichsmaßnahmen begonnen werde. Dies war überdies eine wichtige und entscheidende Forderung von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Neu-Ulm. Man wollte so ein Zeichen setzten, dass Landschaftsverbrauch im Ried bei Schwaighofen für den Bau des Zentrallagers von Evobus mit einer Naturaufwertung am Plessenteich einhergeht.

Nach der Baugenehmigung für Evobus und nach dem pünktlichen Baubeginn mit festlichem Spatenstich ist von diesen Versprechungen nichts mehr übriggeblieben. Man habe für dieses Jahr kein Geld und keine Kapazitäten. Unsere Nachfrage beim Oberbürgermeister der Stadt Neu-Ulm ergab für eine kurze Zeit einen kleinen Lichtblick. Herr Noerenberg sagte uns in einem Schreiben zu, dass zumindest der Feldweg noch in 2006 verlegt wird.

Jetzt allerdings ist wohl in der Verwaltung definitiv anders entschieden worden. Dieses Jahr wird weder die Maßnahme durchgeführt noch der Feldweg verlegt.

Mit ein entscheidender Grund dafür: Es wurde vergessen, den Pächtern der benötigten Flächen rechtzeitig zu kündigen..... Nun verschiebt sich das Projekt um mindestens ein Jahr – vorausgesetzt, es wird rechtzeitig gekündigt und die notwendigen Mittel stehen zur Verfügung.

Eine Bauernweisheit:

Ist die Baugenehmigung mal erst unterschrieben, bleibt der Ausgleich lange Zeit liegen.

Nun darf man gespannt sein, ob die groß angekündigte Ausgleichs-maßnahme am Plessenteich überhaupt und in vollem Umfang realisiert wird.

Ausgleichsmaßnahmen der Deutschen Bundesbahn für Neu-Ulm 21

Völlig überraschend wurde uns auf Nachfrage bei der DB im August mitgeteilt, dass die umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen für das Bahntieferlegungsprojekt Neu-Ulm bereits dieses Jahr Ende September durchgeführt werden. Vorbildlich hat die DB die Planungen und den Grunderwerb noch vor Ablauf der Herstellungsfrist abgeschlossen und sie wird demnächst mit den Baumaßnahmen beginnen. Im Bereich des geschützten Landschaftsbestandteils Illerschleife wird der ehemalige Nebenarm der Iller durch Entfernung von Auffüllungen und durch sanfte Geländemodellierungen wieder hergestellt. Ein großer Acker im Zentrum der Illerschleife soll zu einer Feuchtwiese mit Blänken (Wikipedia-Eintrag Blänke) und Tümpeln umgestaltet werden. Mit diesen Maßnahmen wird das Umfeld des Plessenteiches ökologisch aufgewertet und die Lebensbedingungen für viele Tiere und Pflanzen erheblich verbessert. Unser Gesamtkonzept für das BayernNetz Naturprojekt „Biotopverbund Donau-Iller“ wird mit diesen Maßnahmen entscheidend voran gebracht.

Besonders erfreulich ist aus unserer Sicht, dass es der DB möglich war, frühzeitig diese Ausgleichsmaßnahmen zu verwirklichen und nicht wie sonst üblich auf den letzten Drücker oder mit jahrelanger Verzögerung.

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Naturschutz am Plessenteich

Mit großen Erwartungen sind wir nach unseren umfangreichen Inselgestaltungen vom Dezember 2005 in das neue Jahr gestartet. Wie würden sich die Gestaltungsmaßnahmen auswirken? Werden die seltenen Flussseeschwalben unsere neugeschaffenen Brutfloße annehmen?

Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.

Flussregenpfeifer

Auf der großen Insel inmitten des Plessenteiches konnten mindestens 6 Bruten des gefährdeten Flussregenpfeifers mit je 4 Jungtieren festgestellt werden. Die eigens dafür geschaffenen Kiesbänke wirkten wohl unwiderstehlich auf diese Vogelart, die früher auf den Kiesbänken großer Flüsse zuhause war. Wochenlang konnte man die winzigen Jungtiere beobachten, wie sie unermüdlich die lange Uferlinie nach Insekten absuchten. Ein weiteres Brutpaar nistete unmittelbar auf einer kleinen Insel vor dem Beobachtungsstand, bei dieser recht spät begonnen Brut schlüpften jedoch nur zwei Jungtiere, von denen nur ein einziges überlebte.

Kiebitze

Noch größer war unsere Überraschung, als wir insgesamt 5 Brutpaare des Kiebitzes auf der Kiesfläche bzw. den schütter bewachsenen Randflächen beobachten konnten. Ein Kiebitzpaar brütete dabei auf einer recht kleinen kiesigen Insel und wir machten uns schon Sorgen, ob das Nahrungsangebot für die 4 geschlüpften Jungen wohl ausreichen würde. Mit großem Erstaunen konnten wir nach ein paar Tagen beobachten, dass der Kiebitz seine Jungtiere an das Festland gelotst hatte. Die Jungtiere, so groß wie ein Tennisball, schwammen einfach an der engsten Stelle über den See und wurden dort von der schreienden Mutter in Empfang genommen. Die brütenden Kiebitze auf der Insel zeigen, dass gerade ungestörte Bereiche mit nur wenig Aufwuchs ohne hohe Bäume im Umfeld für sie überlebensnotwendig sind. Die Fällungen der mächtigen Pappeln auf der Insel und am Nordufer haben sich somit bereits ausgezahlt.

Im letzten Jahr gab es nur westlich des Plessenteiches eine erfolgreiche Kiebitzbrut in einer kleinen Senke in einem Acker, die in der Zwischenzeit schon wieder verfüllt wurde. Im südlichen Landkreis sind die Kiebitze als Brutvogel fast völlig verschwunden, so dass dieser Bruterfolg am Plessenteich noch höher zu bewerten ist. Zur Zeit können am Plessenteich bis zu 60 Kiebitze ruhend auf den Inselbereichen beobachtet werden.

Flussseeschwalbe

Der größte Erfolg zeigte sich aber bei den Flussseeschwalben, die unsere insgesamt 5 Brutfloße am Plessenteich dankbar annahmen. Bei einer einzigen Kontrolle im Mai konnten 23 Gelege der seltenen Vögel registriert werden. Spätere Zählungen der Altvögel ergaben mindesten 25 Brutpaare, die sich besonders auf dem neuen 25 Quadratmeter großen Brutfloß niederließen. Von den 18 Gelegen auf dem großen Floß mit jeweils drei Eiern sind aber nur wenige Jungtiere flügge geworden. Obwohl die Flussseeschwalben in kleinen Kolonien brüten, sind sie gegenüber ihren Artgenossen ziemlich aggressiv. Wenn sie Jungtiere haben, kommt es nicht selten vor, dass andere Jungtiere vertrieben, gebissen oder einfach über Bord geworfen werden. Untersuchungen an anderen Brutplätzen ergaben, dass tatsächlich nur zwischen 0,8 und 1,6 Jungtiere pro Brutpaar flügge werden.

Auf unseren kleineren Floßen kamen im Verhältnis zur Brutpaaranzahl mehr Jungtiere durch. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass ein Flussseeschwalbenpaar auf der großen Insel erfolgreich gebrütet hat. Nachdem diese seltenen Tiere fast ausnahmslos auf künstlichen Brutfloßen brüteten, hat man in Fachkreisen schon von der Floßseeschwalbe gesprochen. Vielleicht werden im nächsten Jahr schon weitere Paare wieder auf Festland brüten. Übrigens war der Brutplatz unmittelbar gegenüber den absterbenden Pappeln am Ostufer des Plessenteiches. Obwohl wir den Zugang zu dieser Landzunge mit großen Mengen Reisig und Dornengestrüpp abschirmten, mussten sich ausgerechnet dort einige besonders intelligente Badegäste zum FKK Baden niederlassen, die mindesten 20 Minuten unsere Betretungs-Barriere beseitigen mussten um an diesen Platz zu kommen.

Ein mächtiger Sturm im Mai mit bis zu 40 cm hohen Wellen haben den Brutfloßen mächtig zugesetzt. Das Wasser peitschte an den Rand und prasselte, fast wie aus Eimern geschüttet, auf das Brutfloß. Viele Gelege wurden durcheinander gewirbelt, einige Eier wohl auch zerstört und sogar Jungtiere ins Wasser gespült. Überaschenderweise konnten wir nach einigen Tagen einige Jungtiere in den Inselbereichen feststellen, wo sie auch noch von ihren Eltern gefüttert wurden. Ein kleines Brutfloß nur aus Holz ohne zusätzliche Auftriebskörper wurde bei diesem Sturm mitsamt dem Gelege komplett unter Wasser gedrückt.

Durch die lange Brutzeit von Ende April bis in den August können Flussseeschwalben solche kleinen Katastrophen wieder ausgleichen, indem einige Paare einfach zu einem späteren Zeitpunkt mit der Brut beginnen. Am 11. August konnten immer noch mindestens 3 nichtflügge Jungtiere auf dem großen Floß beobachtet werden.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass mindesten 25 Brutpaare ca. 20-25 Jungtiere aufgezogen haben. Da es in ganz Bayern nach Auskunft des Flussseeschwalben-Experten, Dr. Heribert Zintl, Anfang Juni nur ca. 250 Brutpaare der Flussseeschwalbe gegeben hat, können wir nun ein bisschen stolz behaupten, dass sich 10% des bayerischen Bestandes am Plessenteich erfolgreich niedergelassen hat.

Weitere Brutvögel

Erstmals haben auch Lachmöwen am Plessenteich gebrütet. 5 Paare haben dort ihre Jungen aufgezogen, ebenso wie einige Paare Bleßhühner, 2 Haubentaucherpaare, Stockenten und viele Teich- und Sumpfrohrsänger.

Zwei Grauganspaare haben die große Insel als Brutplatz ausgewählt und einmal 3 und einmal 5 Jungtiere großgezogen.

Aktuelle Zugvogelbeobachtungen

Schon seit einigen Wochen kann man verschiedene Zugvögel am Plessenteich rastend beobachten. 6 Regenbrachvögel haben wir bereits auf unsere Beobachtungslisten übernehmen können, sowie einen Rotschenkel, fünf Grünschenkel, ein Silberreiher, ein Alpenstrandläufer, mehrere Flussuferläufer, Bruchwasserläufer und einige Waldwasserläufer. Unser Diplombiologe konnte bei seinen täglichen Kontrollen schon einiges auf Film festhalten. Ausschnitte aus diesen Aufnahmen werden auf der Apfelausstellung und an der Jahreshauptversammlung zu sehen sein.

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Pflege Kiesinsel

Wie nicht anders zu erwarten war, haben sich im Laufe des Jahres schon einige Pflanzen und erste Weiden auf den neugeschaffenen Rohboden-standorten und Kiesflächen festsetzen können. In einer vom Menschen unbeeinflussten Natur würden diese Standorte durch die natürliche Sukzession zuwachsen und sich im Laufe der Jahre zu einem Wald entwickeln. An unverbauten Flüssen würden durch Hochwässer immer wieder neue Kiesflächen und Rohbodenstandorte neu geschaffen, so dass die speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten immer genügend neuen Lebensraum finden würden.

Am Plessenteich aber müssen wir durch Pflegeeinsätze die beginnende Sukzession zurückdrängen oder zumindest verlangsamen. Nachdem die große Insel im Plessenteich ca. 1,6 ha groß ist, ist mit Handarbeit nur wenig auszurichten. Mit großen Maschinen ist es aber sehr aufwändig auf die Insel zu kommen.

Wir haben uns deshalb entschlossen, durch eine kurzzeitige Beweidung der Insel durch Ziegen den Aufwuchs einigermaßen zurückzudrängen, dass im kommenden Frühjahr wieder optimale Voraussetzungen für Flussregenpfeifer, Kiebitz und vielleicht wieder Flussseeschwalbe herrschen. Im August haben wir in Zusammenarbeit mit der Zwergziegenfarm Natterer aus Biberachzell 12 Zwergziegen auf die große Insel geschafft, damit diese dort die einsetzende Verbuschung abfressen können. Mit einem wettergeschützten Unterstand haben die Zwergziegen bei schlechter Witterung eine Möglichkeit sich auf ein trockenes Plätzchen zurückzuziehen. Wir hoffen, dass durch diese Beweidung zumindest die zahlreichen Weidensämlinge im Zaum gehalten werden können. Die Beweidung mit den Ziegen wird auf ausgesuchten Teilflächen genau dokumentiert, damit wir nach ein paar Tagen oder Wochen über die Effizienz dieser naturschonenden Methode befinden können.

Bitte nähern Sie sich auf keinen Fall der Insel, der Ziegenbock könnte durchaus aggressiv werden.

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GAU Shop

Apfelsaft:

Achtung: Eine Kiste Molfenter Apfel/Kirschsaft kostet ab September wie alle anderen Mischsäfte 7 €

Weber naturtrüb6 Flaschen in Kiste6 €
Weber Apfel/Quitte6 Flaschen in Kiste7 €
Weber Apfel/Mango6 Flaschen in Kiste7 €
Weber Birnensaft6 Flaschen in Kiste7 €
Honold Reuttier Apfelsaft trüb6 Flaschen in Kiste6 €
Honold Reuttier Apfelsaft klar6 Flaschen in Kiste6 €
Molfenter Apfel-/Kirschsaft6 Flaschen in Kiste7 €
zzgl. Pfand

Honig:

1 Glas mit Blütenhonig von GAU Streuobstwiesen: 500 g 3,50 €

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Aktionen für den Plessenteich

Aquarelle von Dr. Karin Schlecker Stück 10 € bis 50 €

Spinnennetz

Handgefertigte Spinnennetze mit Spinne ab 5 €

Handgefertigte Steinfische mit Aufhängung ab 3 €

Fotos von einigen Aquarellen und den Bastelarbeiten sind auf unserer Homepage veröffentlicht. Bitte setzen Sie sich bei Interesse mit unserer Geschäftsstelle in Verbindung.

Spinnennetz

zur Benefizseite für den Plessenteich

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Halbjahresprogramm

Wie jeden Herbst ist unser Veranstaltungsprogramm stark von den Arbeitseinsätzen geprägt. Trotzdem haben wir eine kleine Besichtigungstour durch alternative Kraftwerke organisiert. Wasserkraft-, Biogas-, Windenergie- und Solarvoltaik-Anlagen können besichtigt werden.

Ein Höhepunkt des Veranstaltungsjahres ist sicherlich wieder die Apfel- und Pilzausstellung, die nun zum 19ten Mal stattfindet. Wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine interessante Mischung an Information und Unterhaltung anbieten können. Übrigens benötigen wir immer mehr Helfer an diesen Tagen, die unsere zahlreichen Stände und die Tombola mitbetreuen könnten. Bitte melden Sie sich bei der Geschäftsstelle.

Wir hoffen, dass wir auch Ihr Interesse wecken können und freuen uns auf Ihren Besuch.

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Arbeitseinsätze 2006

Die Arbeiten des GAU werden immer umfangreicher und können nur mit Mühe und durch Ihre Mithilfe gemeistert werden. Neben den klassischen Abräumaktionen in den Feuchtwiesen der Illerschleife und der hoffentlich dieses Jahr wieder üppigen Apfelernte müssen auch diverse Entbuschungen in den Biotopen durchgeführt werden. Bitte helfen Sie wieder so zahlreich bei unseren Arbeitseinsätzen mit, unsere bemerkenswerten Erfolge im Natur- und Artenschutz zeigen, dass wir gemeinsam doch einiges bewegen können.

Jede Helferin und jeder Helfer kann sich seiner Kondition entsprechend einbringen, so dass niemand überfordert wird. Bitte helfen Sie uns wieder kräftig mit   wir freuen uns auf jede helfende Hand.

Übrigens wird wie immer für Essen und Trinken gesorgt.

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Nistkastenkontrollen 2006

Insgesamt betreut der GAU im Landkreis Neu-Ulm und in der Region zur Zeit 150 Schleiereulen- und 14 Turmfalkenkästen.

Schleiereulen:

Die bisher durchgeführten Kontrollen der Schleiereulenkästen durch Hubert Förster, Lorenz Kast, Werner Maier, Helmut Wezel, Gerhart Schnaiter, Walter Förster, Rudolf Huber, Wolfgang Heider und Hans Stritzinger haben folgendes Ergebnis gebracht:

aktuelle Nachweise von Schleiereulen21 Kästen
Nachweise von Turmfalken37 Kästen
Belegung mit Hornissen10 Kästen
Belegung mit Wespen7 Kästen
Belegung mit Tauben5 Kästen
Belegung mit Enten1 Kästen
Belegung mit Waldkauz1 Kästen
Belegung mit Eichhörnchen1 Kästen
Belegung mit Hausrotschwanz1 Kästen

7 Brutnachweise wurden festgestellt mit insgesamt 26 Jungtieren oder Eiern. Dies entspricht 3,7 Jungtiere pro Brut, insgesamt ein enttäuschendes Ergebnis. Der strenge und lang anhaltende Winter macht sich hier bemerkbar, den wohl viele Schleiereulen und besonders auch die Feldmäuse als Hauptnahrung der Eulen nicht überlebt haben. Aus diesem Grund versuchen wir schon seit vielen Jahren Einflugsöffnungen in bestehende Feldscheunen zu schaffen, die im Winter gerne von Feldmäusen bewohnt werden. Mit diesen potentiellen Jagdräumen können Eulen auch schneereiche Winter überleben.

Die 37 Turmfalkenpaare zogen mindestens 123 Jungvögel auf.

Allen Helfern möchten wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken. Falls Sie auch bei diesen spannenden Kontrollen helfen möchten, wenden Sie sich direkt an unseren Huber Förster, Tel. (07308) 7379.

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19. Große Apfel- und Pilzausstellung

Am 14. und 15. Oktober findet die diesjährige 19. Apfelausstellung in Schwaighofen im Autohaus der Fa. Wuchenauer in der Otto-Renner-Straße (südlich vom Media-Markt) statt. Wie jedes Jahr wird ein interessantes Programm geboten. Neben vielen Apfel- und Birnensorten sind wieder viele heimische Pilzarten zu bewundern, die unsere Pilzspezialisten des Arbeitskreises Mykologie Ulm mit dem 1. Vorsitzenden Georg Schabel, Herr Bamberger und unser seit Jahren bekannter Gerd Fischer präsentieren und erläutern werden.

GAU mit Bücherstand, Infostand Plessenteich und Naturschutz und Bastelecke für Kinder, Kaffee und Kuchen

Falls auch Sie den GAU mit einer Kuchenspende unterstützen wollen, melden Sie sich bitte bei Frau Gebhart, Tel. (07307) 7687, Frau Freitag, Tel. (07307) 6111 oder Frau Seiler, Tel. (07307) 32948.




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