Rundschreiben

Herbst 2005


September 2005

Liebe GAU-Mitglieder,

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2005 ist für uns ein besonderes Jahr! Wir feiern unser

25jähriges GAU-Jubiläum.

Eine lange Zeit, in der der GAU vieles angepackt und umgesetzt hat aber auch manche Enttäuschung hinnehmen musste.

In diesen Tagen wird uns wieder aufgezeigt, wie wichtig es ist, mit und nicht gegen die Natur zu leben. Die dramatischen Hochwässer machen uns z. B. von neuem deutlich, dass in erster Linie der Raubbau an der Natur (Flussbegradigungen, Abholzen der Auwälder, Bebauung der Talauen, Entwässerung der Landschaft, Trockenlegung der Moore und vieles mehr) zu diesen Katastrophen geführt hat und weiter führen wird.

Der GAU hat im Rahmen seiner Möglichkeiten auf vielfältige Art und Weise und mit Ihrer Unterstützung und Mithilfe stets versucht sich insbesondere in Neu-Ulm für den Natur- und Umweltschutz einzusetzen und etwas gegen das Artensterben und die Biotopzerstörung zu tun.

In der Anlage habe ich Ihnen eine 25-jährige Chronologie der wesentlichen Tätigkeiten des GAU beigefügt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus finanziellen Gründen auf die Abfassung einer Chronik verzichtet haben.

25 Jahre GAU sind aber auch Anlass sich zu freuen und zu feiern und dies wollen wir mit Ihnen tun am

Freitag, 7.10.2005 in der Mehrzweckhalle in Gerlenhofen

Beginn: 19:30, Einlass: 18.30, Eintritt: 8,-- €

Den Abend gestaltet das seit 10 Jahren weit über die Grenzen von Ulm bekannte und gefeierte Lehrerkabarett

„Die Belehrer“

mit Ihrem Programm:

Wer denkt an Böses schon

Selbstverständlich gibt es am Anfang eine Ansprache mit einem kurzen, optischen Überblick über 25 Jahre GAU und nach der Pause wird einigen besonders verdienten Mitgliedern gedankt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit Ihnen allen am 7. Oktober unser 25-jähriges GAU-Jubiläum feiern könnte. Sie werden einen unterhaltsamen Abend verleben, an dem der Humor im Vordergrund steht.

Liebe GAU-Mitglieder, wir haben für Sie bis 17. September 2005 den Kartenvorverkauf reserviert. Danach beginnt der freie Verkauf.

Öffnungszeiten der Geschäftsstelle sind: ab 2. September 2005 jeweils Montag, Mittwoch und nach telefonischer Vereinbarung Tel.: (07307) 34166.

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Plessenteich

Lagebericht

Der Freizeitdruck am Plessenteich und die damit verbundenen Störungen für die bedrohten Tierarten haben erfreulicherweise weiter abgenommen. Besonders der sehr kühle und regnerische Sommer hat dafür gesorgt, dass sich nur wenige Badegäste am Plessenteich aufgehalten haben. Nur im Frühsommer drängten sich viele am Plessenteich und drangen auch immer wieder in die Naturschutzbereiche ein. Mit Unterstützung durch die Regierung von Schwaben haben wir deshalb eine deutliche Abgrenzung des tolerierten Badebereiches von den Naturschutzbereichen angebracht. Mit langen, aneinandergeketteten Baumstämmen ist nun eine klare Grenze gezogen, die für alle Badeseenutzer erkennbar ist. Schwimmer können sich nun an dieser Holzbarriere ausruhen und „müssen“ nicht mehr die Vogelschutzinsel betreten.

Die intensiven Kontrollen von Polizei, Naturschutzwacht und unseren Helfern haben die illegalen Autofahrer weiter zurückgedrängt. Viele zunächst sehr skeptische Badeseenutzer genießen in der Zwischenzeit die Ruhe und die Idylle, ohne Grillparties, Saufgelagen und Pöbeleien.

Allerdings gibt es immer noch viele Mitmenschen, die keinerlei Rücksicht auf die Natur nehmen. Viele Zeitgenossen schleichen sich in die Naturschutzbereiche um dort zu lagern und zu baden, einige werden beim „Schwarzfischen“ ertappt oder versuchen nach Einbruch der Dunkelheit doch noch ein Zelt aufzustellen und ein Lagerfeuer zu entfachen. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb weiterhin notwendig.

Eine besonders eklatante Störung musste erst vor einer Woche beobachtet werden: Mitten im Plessenteich wurde nachts mit einem ferngesteuerten Modellboot ein Feuerwerk gezündet. Die lauten Böller und die Leuchtraketen haben die schon ruhenden Tiere mächtig aufgeschreckt und teilweise verjagt. Wie sich herausstellte, wurde das Feuerwerk von einem jungen Paar gezündet: Der junge Mann hatte seiner Freundin erfolgreich einen Heiratsantrag gemacht.

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Aktuelle Beobachtungen

Die neugestalteten Biotopbereiche des Plessenteiches ziehen immer mehr seltene Tierarten an. Seit Mai 2004 konnten über 40 Vogelarten der Roten Liste der bedrohten Tierarten in Bayern von 2003 am Plessenteich beobachtet werden. Obwohl sich der größte Teil davon nur während des Vogelzuges im Bereich des Plessenteiches aufgehalten hat, zeigt dies die Lebensraumqualitäten des Naturschutzsees. Bei weiteren großflächigen Biotop-Optimierungen kann man noch weitere seltene Arten erwarten, dabei auch Arten, die sich auch dauerhaft am Plessenteich ansiedeln werden. Nun die Liste der beobachteten Vogelarten:

  • ausgestorbene oder verschollene Arten:
    • Pfeifente
  • Vom Aussterben bedroht:
    • Bekassine
    • Flussseeschwalbe (7 Brutpaare mit 7 Jungtieren)
    • Flussuferläufer (regelmäßig, Brutvogel?)
    • Knäkente
    • Zwergdommel (leider nur Sommer 2004)
    • Wiedehopf
    • Grauammer
    • Steinschmätzer
    • Uferschnepfe
  • Stark gefährdet:
    • Kiebitz (bis zu 80 Tiere auf neu geschaffener Insel)
    • Fischadler
    • Krickente
    • Rotmilan
    • Schleiereule
    • Braunkehlchen
  • Gefährdet:
    • Beutelmeise
    • Bluthänfling
    • Feldlerche
    • Flussregenpfeifer (min. 2 Brutpaare)
    • Kolbenente
    • Löffelente
    • Schafstelze (1 Brutpaar)
    • Schnatterente
    • Schwarzkehlchen
    • Schwarzmilan mit 2 Jungtieren
    • Rebhuhn
  • Vorwarnliste
    • Eisvogel
    • Feldsperling
    • Goldammer (mehrere Brutpaare)
    • Graureiher (regelmäßig bis zu 32 Individuen)
    • Kormoran
    • Kuckuck
  • Durchzügler
    • Bruchwasserläufer
    • Regenbrachvogel
    • Grünschenkel
    • Säbelschnäbler
    • Waldwasserläufer
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Aktuelle Entwicklungen

Wie bereits aus der Presse entnommen werden konnte, wird Evobus bei Schwaighofen ein großes Ersatzteillager für ganz Europa bauen. Dieses Hochregallager wird bis zu 40 Meter hoch (zum Vergleich: die Halle von Carl Götz gegenüber ist ca. 24 Meter hoch!) und benötigt eine Fläche einschließlich der Verkehrswege von fast 75 000 qm. Für diesen schweren Eingriff in die Natur müssen nun aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung ca. 55 000 qm Ausgleichsflächen zur Verbesserung des Naturhaushaltes bereitgestellt werden.

Auf Vorschlag der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Neu-Ulm wird nun die Stadt Neu-Ulm rund 43 000 qm Fläche (Ackerland und Wiese) unmittelbar östlich des Plessenteiches aufkaufen und als Biotop gestalten. Sogar der Feldweg am Ostufer des Plessenteiches wird nun rund 45 Meter nach Osten verlegt, damit sich eine große beruhigte Pufferzone am Ostufer ausbilden kann. Mit diesen großen Ausgleichsflächen kann sich nun der Plessenteich auch in Richtung Osten entwickeln.

Für das Naturschutzprojekt Plessenteich ergeben sich nun völlig neue Perspektiven, zumal weitere Industriegebietsausweisungen neue Ausgleichsflächen bedingen werden. Um diese gewaltigen Entwicklungsmöglichkeiten optimal zu nutzen, wird nun im Rahmen einer Diplomarbeit von Bärbel Grossmann, Landespflegerin in Freising, ein neues Pflege- und Entwicklungskonzept erstellt.

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Beobachtungsstand

Kurz vor der Sommerpause konnte der GAU noch einen Beobachtungsstand am Plessenteich aufbauen. In der Nord-Westecke des Plessenteiches wurde unmittelbar am Feldweg eine Bretterwand mit Beobachtungsschlitzen errichtet, die es nun ermöglicht, Tiere zu beobachten ohne sie zu stören. Immer mehr Naturbeobachter erfreuen sich nun an diesem Beobachtungsstand, wo regelmäßig Graureiher, Kiebitze, Haubentaucher und verschiedene Limikolenarten (=Watvögel) beobachtet werden können.

Im Rahmen der neugeplanten Biotopgestaltungen in diesem Bereich wird dieser einfache Beobachtungsstand an anderer Stelle wieder aufgebaut. Langfristig beabsichtigen wir einen großen stählernen Beobachtungsturm mit großer Aussichtsplattform in das Gelände zu integrieren. Allerdings benötigen wir dazu noch finanzkräftige Sponsoren...

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Auffüllungen und Inselgestaltung

Im kommenden Herbst/Winter 2005/2006 werden wir eine weitere große Biotopoptimierung am Plessenteich durchführen: die große Insel inmitten des Plessenteiches wird tiefer gelegt und neu gestaltet. Gleichzeitig werden einige steile Uferbereiche am Plessenteich durch Auffüllungen in Flachwasserbereiche umgewandelt. Obwohl dies kurzfristig auch außerhalb der Brutzeit einige Störungen verursachen wird, sind die Gestaltungsmaßnahmen von allergrößter Bedeutung für die weitere Entwicklung des Plessenteiches. Schließlich besitzen ausgeprägte Flachwasser- und Verlandungszonen die größte Tier- und Pflanzenvielfalt, wie man bereits an den letztjährigen Gestaltungsmaßnahmen am Beobachtungsstand erkennen kann.

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Bundestagswahl am 18.9.2005

Am 18.9.2005 wird ein neuer Bundestag gewählt. Leider ist das Thema Naturschutz fast gar nicht mehr aktuell. Obwohl in der Zwischenzeit über die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste stehen scheint dieses Thema nicht mehr diskutiert zu werden. Ganz im Gegenteil: In der SWP vom 20. Juli wird Roland Koch (CDU) wie folgt zitiert: „Dann werden Autobahnen und Flughäfen nicht mehr 15 Jahre, sondern nur noch zwei bis drei Jahre Planungszeit brauchen. Wenn ein Parlament im Rahmen der Verkehrsplanung des Bundes beschlossen hat, dass eine Straße notwendig ist, dann hat das künftig Vorrang vor Naturschutz.“ In Deutschland verhinderten Feldhamster, Mopsfledermäuse und Molche den Bau wichtiger Straßen, obwohl es diese Tiere überall gebe. „Das zeigt, wie unsinnig da der Vorrang für Naturschutz vor Arbeitsplätzen ist.“

Nun sind also die Mopsfledermäuse an der Arbeitsplatzmisere in Deutschland schuld. Leider zeigt hier Roland Koch, stellvertretend für viele andere Politiker, seine völlige Inkompetenz in Sachen Naturschutz.

Deshalb unsere Bitte: Nehmen Sie Kontakt zu Ihren Politikern und Bundestagskandidaten auf und fragen Sie nach deren Einstellung zum Naturschutz. Hinterfragen Sie allgemeine Antworten und bitten Sie um Unterstützung für die bedrohte Tier- und Pflanzenwelt unserer Heimat.

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GAU im Internet

Der GAU ist im Internet vertreten. Unter

www.gau-neu-ulm.de

sind die Seiten unseres Internetauftrittes abzurufen. Hier sind auch regelmäßig Fotos von unseren Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten zu besichtigen.

Für Kritik und Anregungen sind wir sehr dankbar. Nutzen Sie deshalb unser Gästebuch oder senden Sie uns Ihre Vorschläge an unserer E-mail-Adresse

i n f o @ g a u - n e u - u l m . d e

Wenn Sie selbst bereits eine E-mail-Adresse besitzen, teilen Sie uns diese bitte mit. Wir können Sie dann in Zukunft auch auf diesem elektronischen Wege informieren.

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Halbjahresprogramm

Diesem Rundschreiben ist unser gelbes Halbjahresprogramm beigefügt.

Ein Höhepunkt des Jahres wird sicherlich die Jubiläumsveranstaltung des GAU am 7. Oktober und die 18. Apfelausstellung am 15./16. Oktober 2005. Eine kleine Vortragsreihe über Holzheizungen und Solartechnik soll einen kleinen Überblick über alternative Energien geben – in Anbetracht des derzeitigen Ölpreises eine interessante Möglichkeit, den Geldbeutel und die Umwelt zu entlasten.

Bitte melden Sie sich rechtzeitig zum Bastelabend mit Brigitte Miller an, wir werden dieses Jahr maximal einen Zusatztermin anbieten können.

Wir hoffen, dass wir auch Ihr Interesse wecken können und freuen uns auf Ihren Besuch.

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Arbeitseinsätze 2005

Wie in jedem Herbst stehen auch dieses Jahr einige Arbeitseinsätze an. Beginnen werden wir am 17. September mit der Müllbeseitigung am Plessenteich und im Gelände des ehemaligen Alpinen Hartschotterwerkes bei Ludwigsfeld. Am Samstag, den 24. September müssen besonders feuchte Bereiche in der Illerschleife mit einem Balkenmäher abgemäht und das Mähgut mit Gabeln in trockenere Zonen verfrachtet werden, wo es dann wieder maschinell aufgenommen und zur Verwertung wegtransportiert wird.

Am 22.10. sollen schließlich noch einige Arbeiten am Plessenteich vollendet werden.

Soweit es heute schon absehbar ist, werden wir dieses Jahr nur sehr wenig Obst auf unseren eigenen Streuobstwiesen ernten können, da die Bäume nur spärlich Früchte angesetzt haben. Um die Pflege unserer Streuobstwiesen aber bezahlen zu können, sind wir auf den Erlös des Apfelsaftverkaufes angewiesen. Wir suchen deshalb ungespritztes Streuobst in größeren Mengen, das von uns kostenlos abgeerntet werden kann.

Unter Umständen sind deshalb dieses Jahr noch weitere Arbeitseinsätze notwendig. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte den Mitteilungsblättern der Stadt Neu-Ulm, der Tagespresse oder unserer Internetseite.

Wir würden uns auch freuen, wenn Sie sich für eine Rufbereitschaft zur Verfügung stellen würden, da Arbeitseinsätze auch kurzfristig anzusetzen sind. Für eine kurzen Anruf wären wie Ihnen dankbar.

Jede Helferin und jeder Helfer kann sich seiner Kondition entsprechend einbringen, so dass niemand überfordert wird. Bitte helfen Sie uns wieder kräftig mit – wir freuen uns auf jede helfende Hand.

Übrigens wird wie immer für Essen und Trinken gesorgt.

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GAU Shop

Apfelsaft:

Weber naturtrüb6 Flaschen in Kiste6 €
Weber Apfel/Quitte6 Flaschen in Kiste7 €
Weber Apfel/Mango6 Flaschen in Kiste7 €
Weber Birnensaft6 Flaschen in Kiste7 €
Honold Reuttier Apfelsaft trüb6 Flaschen in Kiste6 €
Honold Reuttier Apfelsaft klar6 Flaschen in Kiste6 €
zzgl. Pfand

Honig:

1 Glas mit Blütenhonig von GAU Streuobstwiesen: 500 g 3,50 €

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Aktionen für den Plessenteich

Aquarelle von Dr. Karin Schlecker Stück 50 €

Spinnennetz

Handgefertigte Spinnennetze mit Spinne ab 5 €

Handgefertigte Steinfische mit Aufhängung ab 5 €

Fotos von den Aquarellen und den Bastelarbeiten werden in Kürze auf unserer Homepage veröffentlicht. Bitte setzen Sie sich bei Interesse mit unserer Geschäftsstelle in Verbindung.

Spinnennetz

zur Benefizseite für den Plessenteich

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18. Große Apfel- und Pilzausstellung

Am 15. und 16. Oktober findet die diesjährige Apfelausstellung in Schwaighofen im Autohaus der Firma Wuchenauer in der Otto-Renner-Straße (südlich vom Media-Markt) statt. Wie jedes Jahr wird ein interessantes Programm geboten. Neben vielen Apfel- und Birnensorten sind wieder viele heimische Pilzarten zu bewundern, die unser Pilzspezialist Gerd Fischer präsentieren und erläutern wird. GAU mit Bücherstand, Infostand Plessenteich und Naturschutz und Bastelecke für Kinder

Falls auch Sie den GAU mit einer Kuchenspende unterstützen wollen, melden Sie sich bitte bei Frau Gebhart Tel.: (07307) 7687, Frau Freitag Tel.: (07307) 6111 oder Frau Seiler (07307) 32948.

Mit freundlichen Grüßen

Peter. A. Freitag
1. Vorsitzender




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