Presseecho

2001

Neu-Ulmer Zeitung vom 22. Mai 2001

Kleine Spione starten großen Lauschangriff auf Familie Star

Videokamera überwacht heimlich Vogelkinder

Neu-Ulm/Gerlenhofen (grr). Großer Lauschangriff in Gerlenhofen. Die Videokamera überwacht die Kinderstube bei Familie Star - und alle Grundschulkinder schauen zu.

Ausgelöst hat die geheime Überwachung die Schutzgemeinschaft für den Neu-Ulmer Lebensraum (GAU). Sie hat im Garten der Grundschule drei Starenkästen aufgestellt und einen davon mit einer Videokamera ausstatten lassen. Die schaut nun von oben ins Starennest und schickt ihre Beobachtungen per Funkverbindung ins Schulhaus nebenan. Dort werden die Ereignisse im Starenkasten auf dem Fernsehschirm sichtbar.

Fünf winzige Starenkinder, am vergangenen Wochenende zur Welt gekommen und daher noch fast völlig nackt, kuscheln sind im warmen Nest dicht aneinander. Von Zeit zu Zeit recken sie gewaltig ihre Hälse, machen mit ihrem "Piep-Piep" die Veranstaltung zur kleinen intimen Piep-Schau in der Schule. Wenig später kracht's im Lautsprecher. Ein Elternteil ist gelandet, verdunkelt, während es durch das Loch schlüpft, für einen Moment das ganze Kinderzimmer. Dann wird gefüttert. Wer am lautesten piept, bekommt am meisten.

Für runde 2000 Mark hat sich der GAU die Lehranlage beschafft. Sie ist mobil und kann mit wenigen Handgriffen vom einen auf den anderen Starenkasten umgesetzt werden, sollte dies nötig werden. Die kostspieligere Funklösung setzt der GAU hier ein, weil sie beweglicher ist als eine verkabelte Anlage. Er stellt sich nämlich vor, sie gar noch auf den Petruskirchturm zu stellen, sollte dort der Turmfalke in den vorbereiteten Nistkasten einziehen. Den zugehörigen Fernsehschirm könne eins der Geschäfte am Platz in sein Schaufenster nehmen. Und eine Infrarotkamera möchte Wolfgang Gaus als hauptamtlicher Biologe des GAU beim Riedwirtshaus im Nest der Schleiereule unterbringen und die Bilder in die Wirtsstube schicken.

Gerlenhofen sieht der GAU als Pilotprojekt für alle Neu-Ulmer Stadtteile. Für relativ wenig Geld könne den Schülern Einblick in das Familienleben der Tierwelt geboten werden, wie dieser anders nicht möglich wäre. Aber auch an Seniorenheime denkt der GAU, in denen das Zuschauen bei der Tierfütterung sicher eine willkommene Abwechslung vom Hausalltag bieten könne. In der schulfreien Zeit übrigens wird der Gerlenhofer Bildschirm im Pausenraum der Grundschule so aufgestellt, dass er vom Schulhof her betrachtet werden kann.



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